3.Spieltag – Fr., 16.09.2016, 18:30 Uhr, Rathausstraße
SV Blau Weiß 90 – NSF Gropiusstadt ( 1:1 ) 2:2

NSF verpasst den Auswärtssieg nur knapp

Die Sportfreunde gingen nach einer zielorientierten Kabinenansprache des Chef-Trainers Chrille Theurer mit einem ausgklügelten Matchplan in die Partie. Über viel Ballbesitz wurden die Torchancen mit Ruhe und viel Laufarbeit gesucht. Die dynamischen Gastgeber versuchten immer mal wieder Druck auf die ballführenden Neuköllner auszuüben aber nicht alle machten dabei mit und die Sportfreunde wirkten immer sicherer in der Spielgestaltung. Den ersten Torschuss gaben zwar die Blau-Weißen ab, richtige Torgefahr entstand aber nicht für den NSF-Goalie. Ganz anders dagegen die Sportfreunde. In einer schön anzusehenden Kombination passte Schirmi Schirm erst auf den flinken Speedy Gienapp, diese leitete unvermittelt weiter auf den erstmals in der Spitze eingesetzten langen Schlacks Kleinert, welcher die Pille am BW-Keeper vorbei zur 1:0-Führung (18.Min.) in die kurze Torecke bugsierte. Nun waren die Gastgeber im Bemühen auf den Ausgleich stärker gefragt. Einen Latten-Schlenzer und einen vom NSF-Goalie gehaltenen verdeckten Knaller, waren zunächst die ersten Ergebnisse der Gastgeber. Kurz vor der Halbzeit war es aber soweit mit dem 1:1-Ausgleich der Blau-Weißes (28.Min.). Einen suboptimal aus der NSF-Abwehr herausgespielten Ball drosch ein BW90-Kicker kompromisslos in die kurze Neuköllner Torecke.

Nach den Pausengetränken kamen die Neuköllner Gäste hellwach aus der Kabine. Blau-Weiß verlor den Ball im Vorwärtsgang an den Sportfreund Gienapp und dieser setzte zu einem kurzen Tempodribbling Richtung Gastgebertor an bzw. krönte dieses mit der erneuten NSF-Führung zum 2:1 (34.Min.) in den linken Blau-Weißen Tordreiangel. Dem anschließend verteilten Spielverlauf nach war einige Zeit kein weiteres Tor mehr zu erwarten. In der 45. Minute endete diese Torflaute aus heiterem Himmel. Was war geschehen? Ein Konterzug der Gastgeber wurde einfach mal mit einem Schuss durch alles hindurch, was so vor dem NSF-Goalie so herum kreuchte und fleuchte, vergoldet. Unvorhersehbar rollte der Ball zum 2:2-Ausgleich (45.Min.) der Blau-Weißen über die Neuköllner Torlinie. Nun wollten die Gastgeber mehr, durften sich aber mit der nach wie vor gut strukturierten NSF-Spielweise auseinander setzen. Dies führte, kurz unterbrochen von einer Blau-Weißen Latten-Pieke, zu einer Fülle von Neuköllner Siegchancen. Erst verfehlte Sportfreund Tommy Knuth um Millimeter das Mariendorfer Tor, dann Stand Micha Kleinert mit dem Rücken allein vor dem Gastgebertor und verfehlte aus der Drehung knapp. Einen Kopfball setzte er in der Folge völlig frei stehend neben die Kiste. Gleiches passierte im Anschluss Schirmi Schirm. An dieser Stelle hätten die Sportfreunde ihren Gegner schon längst zu Fall bringen können. Auf den allerletzten Metern bäumten sich die Gastgeber allerdings doch nochmal auf. Erst tauchte einer der ihren völlig allein vor dem NSF-Goalie auf, wurde von ihm aber ordentlich unter Druck gesetzt, dass dieser verzog. Dann kam es im Strafraum der Sportfreunde zu einem intensiven Gekuschel zwischen Verteidiger Svene Audehm und seinem Widerpart. Beide sanken synkron zu Boden. Es gab schon Schiedsrichter, die so etwas mit dem Fingerzeig auf den Punkt ahndeten. Der dieses Abends allerdings nicht. Erleichterung bei den weißen Sportfreunden, Empörung bei den Titelfavoriten. Der Schlusspfiff stoppte dann alle Diskussionen.

Fazit … Nach dem Spiel saßen beide Teams noch zu einigen Kaltschaumgetränken und resümierten das Geschehene. Den Sportfreunden wurde diese diszipliniert kontrollierte Spielführung schon nicht mehr zugetraut, nach einer letzten Saison voller Turbulenzen. Schön auch einmal von außen hörten zu können, dass die Altmeister aus Neukölln, bei Konservierung dieser hoch konzentrierten Leistung, noch immer ein Wörtchen mitreden werden, in allen Fragen um die Titelvergabe.

Nun kommen die Fortunen aus Biesdorf. Nach drei Spielen, mit 2 Niederlagen und 1 Remis mehr schlecht als recht in die Saison gestartet, erscheinen sie heuer wie eine Wundertüte. Sicherlich personell etwas geschwächt, im Vergleich zu den letzten Spielzeiten, aber immer noch mit klangvollen Namen besetzt. Die Sportfreunde sollten sich hüten den Gegner an der aktuellen Tabellensituation zu beurteilen. Die Fortunen werden, der Lage entsprechend, sicherlich erst mal ihr Tor vernageln. Wie die Sportfreunde unter neuer Leitung und ebenfalls einigen Abgängen sowie etlichen Urlaubern bzw. Dauerverletzten damit wohl umgehen werden sie auf dem Spielfeld zeigen dürfen.                     MiMu