4.Spieltag – Di., 29.09.2015, 20:00 Uhr, Ernst-Reuter-Sportfeld, Onkel-Tom-Straße
FC Hertha 03 Zehlendorf – NSF Gropiusstadt ( 2:3 ) 2:5

NSF beginnt unterirdisch aber erzwingt sich seine drei Punkte

Zu später Stunde erwartete das Zehlendorfer Tabellenschlusslicht den suboptimal in die Saison gestartete Berliner Meister aus Neukölln. Scheinbar ganz neu aus Bayern in Berlin eingetroffen, stellte sich der Schiedsrichter überaus freundlich den beiden Teams vor und gab in einem Kurzvortrag Einblicke in seine Philosophie einer Spielleitung und über mögliche Fehlentscheidungen, da auch Referees, wie auch die Spieler, über keine göttlichen Eigenschafften verfügen, wie wahr. Und schon begann die Partie mit einem NSF-Forechecking erster Güte. Aber zurück zum Thema Fehler machen. Noch bevor der Schiri eine Chance hatte mit ein paar Kostproben zu glänzen, drängelte sich Neuköllns Goalie mit einer Einlage besonderer Güte vor. Gelegentlich gastiert doch der Zirkus Mondeo in der Onkel-Tom-Straße. Und einen Clown müssen die Zirkusleute zuletzt vergessen haben mit zu nehmen. Dieser schien sich an diesem Abend zwischen den Torpfosten der Sportfreunde verlaufen zu haben. Denn als er seinen ersten Schuss aufs Tor bekam führte er mit dem eigentlich schon gehaltenen Ball eine Ein-Personen-Groteske ( laut Wikipedia „die Kunst Gegensätze wie das Grauen und die Komik zu einer Einheit zu verbinden“ ) auf, mit der man auf dem Zirkusfestival in Monte Carlo bestimmt Preise hätte gewinnen können. Der Mann mit den Handschuhen schaffte es tatsächlich den schon gehaltenen Ball innerhalb 1-2 Sekunden zirka zehnmal so unterschiedlich anzufassen, bis er ihn endlich über sich drüber hinweg ins eigene Tor befördert hatte. Ungläubige Gesichter auf und neben dem Platz. Aber die kleine Hertha führte nun 1:0 (6.Min.), der NSF-Sportclown im Tor hatte sein erstes in seiner TW-Karriere geschafft und seine Abwehrkammeraden gleich mal mit verunsichert. Denn sofort in der Minute 7, praktisch vom NSF-Anstoß weg verlor der defensivste Sportfreund seinen Zweikampf mit einem Herthaner, der allein auf das Gästetor zulief und den Doppelschlag zum 2:0 vollendete. Nahm nun ein gebrauchten Neuköllner Abend seinen Lauf? Nein! Die Sportfreunde schlugen sofort zurück und zeigten den Gastgebern für den Rest des Abends deren Grenzen auf. In Kooperation mit seinen Kammeraden Vogel und Knuth netzte Sportfreund Fröhlich die Kugel schon in der 8. Minute zum 1:2-Anschlusstreffer ein. Anschließend hielt Herthas Abwehrbollwerk bis zu 15. Minute. Dann wurde in deren Strafraum Sportfreund Knuth von hinten am Trikot gezogen. Nach einigen intensiven Diskussionen der Gastgeber mit dem Schiri gab er endlich den Strafstoß und nach zuletzt drei Fehlversuchen der Neuköllner, drosch der vierte Versuchskandidat Gienapp das Leder kompromisslos zum 2:2-Ausgleich in die Maschen. Und noch vor der Halbzeit meldete sich Sportfreund Fröhlich nochmals zu Wort. Nach kurzem Solo hieb er den Ball zur Neuköllner 3:2-Führung (28.Min.) in den linken Torwinkel. Spiel gedreht.

In Spielhälfte zwei das gleiche Bild. NSF machte weiter Druck und lies einige Chancen aus. Aber die Spielrichtung ging nie verloren. Hertha wurde weiter gepresst und in der 42. Minute zeigte wieder einmal Sportfreund Fröhlich, mit einem schönen Strahl zum 4:2 dass er auch in den rechten oberen Torwinkel treffen kann. Seinen dritten Treffer hintereinander schaffte Sportskanone Fröhlich mit seinem Treffer zum 5:2-Endstand (57.Min.) nach eingerolltem Anspiel von Neunmetergott Gienapp. Nach dem Schlusspfiff blühte dann in der Neuköllner Kabine, unterstützt von einigen zünftigen Mollen, der NSF-Flachs nochmal so richtig auf, ob der seltsamen Ereignisse aus der Anfangsphase.

Fazit … Solch einen Spielbeginn gab es für die Sportfreunde wohl noch nie. Aber dann hat man das auch schon mal durch und verzichtet künftig drauf. Die Reaktion der Truppe war dann jedoch bemerkenswert. Ohne zu murren wurde sofort die Schlagzahl erhöht und der Gegner so was von weich gepresst und förmlich an die Wand gespielt, dass es nur so seine Art hatte. Die Tore fielen zwangsläufig und das Spiel wurde noch vor der Pause gedreht. Tolle Reaktion der Truppe. Als Nächstes kommt eine Pokalwoche und der TSV Rudow II an die Wutzkyallee. Das erste NSF-Kunstrasenheimspiel der neuen Saison. Rudows Zweete liegt in der Kreisliga A Staffel 2 nach drei Spieltagen mit 3 Siegen, 11:1 Toren und 9 Punkten auf Platz 2 hinter dem 1.FC Schöneberg, dem Freundschaftsspielgegner der Sportfreunde im August. Da die Spielerdecken von zweiten Mannschaften manchmal sehr, sehr dünn ausfallen, nur noch dieser Hinweis. Rudows Erste spielt in der Landesliga Staffel 1 und liegt nach drei Spieltagen mit je 1 Sieg, Remis sowie Niederlage, 5:7 Toren und 4 Punkten auf Platz 8. Die Favoritenrolle werden die Sportfreunde in dieser Begegnung jedenfalls nicht abgeben können.                  MiMu