Interview mit Andi Mittelstädt

Pressesprecher Marco Lutz im Interview mit dem ehemaligen SCC-Profi und heutigen Trainer unserer 1.Herren und unserer Ü50!

Andi Mittelstädt: „Das erste Zweitligaspiel für den SCC war ein ganz Besonderes für mich!“

Vereine Jugend: BFC Preussen (73-78), Lichtenrader BC (78-80), BFC Preussen (80-83)

Vereine Herren: SC Charlottenburg (83-85), BFC Preussen (85-87), Hertha 03 (87-89),

Spandauer SV (89-91), Blau Weiss Amat. (91-92), Mariendorfer SV (92-96), BFC Preussen (96-97)

Vereine Senioren/Ü50: 1.FC Schöneberg (97-01), NSF (01-02), Lichtenrader BC (02-13)

Tranerstationen: BFC Preussen (15-16), NSF Gropiusstadt (17-?)

M.L.: Welche sportliche Höhepunkte hattest Du in der Jugend?

A.M.: Höhepunkte waren die Berliner Meisterschaften und die Pokalsiege mit der A-Jugend. Vom BFC Preussen. Auch die Spiele in der Berliner Auswahl waren ein Erlebnis.

M.L.: Wie kam es zum Wechsel zum SC Charlottenburg

A.M.: Durch meine anhaltenden guten Leistungen beim BFC Preussen und in der Berliner Auswahl habe ich auf mich aufmerksam gemacht. Der damalige SCC-Trainer Huzzi Erdmann hat mich dann ins Mommsenstadion geholt.

M.L.: Wie hast Du diese Zeit erlebt?

A.M.: Das erste Jahr wie ein Rausch. Ich durfte ja mit namhaften Spielern wie Andreas Köpke, Jockel Niebel, Jörg Gaedke, Jürgen Schulz, Thorsten Schlumberger oder auch Rainer Sprangowski zusammenspielen, die ich teilweise bis dahin nur aus dem Fernsehen kannte. Als jüngster Spieler im Kader brauchte ich natürlich eine gewissen Eingewöhnungszeit, dann bin ich aber zum Zug gekommen.

M.L: Kannst Du Dich noch an Dein erstes Spiel erinnern?

A.M.: Oh ja! Es war gegen Schalke 04! Ich stand in der Startelf und hatte keinen geringeren als Nationalspieler Bernhard Dietz als Gegenspieler. U.a. spielte damals auch Olaf Thon in der Schalker Mannschaft. Es war eine berauschende Zeit.

M.L.: Nach zwei Jahren haben sich die Wege getrennt! Warum?

A.M.: zum einen bekamen wir – in meinem zweiten Jahr – mit Pepi Schlesiona einen neuen Trainer und dann sind wir ja aus der 2.Liga abgestiegen. Auch ständigen Verletzungen, u.a. ein Beinbruch, waren ein Grund für meinen Weggang.

M.L.: 1997 hast Du Deine Karriere im Herrenbereich bei BFC Preussen ausklingen lassen? Was kam dann?

A.M.: Bei den Senioren vom 1.FC Schöneberg hatte ich vier Jahre eine ganz erfolgreiche Zeit. Wir haben uns enge Duelle mit den damals starken Reinickendorfer Füchsen geliefert. Sowohl in der Meisterschaft, wie auch im Pokal, sind wir stets an dieser Truppe gescheitert. Mit einigen Mitspielern bin ich dann für ein Jahr zu NSF gegangen. Danach ging es zurück zur Halker Zeile, wo ich bis 2013 noch aktiv gespielt habe, aber von 2005-2009 parallel auch das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernommen habe. 2014 zog es mich dann erneut zum BFC Preussen, wo ich Abteilungsleiter der Fussballabteilung wurde.

M.L.: Wer war in Deiner Karriere der beste Trainer?

A.M.: Ganz prägend war für meine Karriere Gerd Schwabe. Denn er kannte mich als Steppke und war mein Trainer in der Jugend und bei den Herren beim BFC Preussen (beides mal Leistungsklasse). Aber auch beim LBC gab es mit Uwe Laskowski (C-Jugend) und Otto Froberg (B-Jugend) zwei Trainer, die mich aus meiner Komfortzone herausgeholt haben, was sehr wichtig für meine Entwicklung war.

Apropos Uwe Laskowski! In der C-Jugend begannen unsere Heimspiele um 10:00 Uhr. Vorher waren wir mit der Mannschaft immer bei seinen Eltern – die Nähe Halker Zeile

gewohnt haben – frühstücken. Eine sehr schöne Erinnerung bis heute.

M.L.: Thema BFC Preussen: Wie hast Du sensationelle Pokalsaison 2015/2016 im Gedächtnis?

A.M.: Das war schon kurios und spannend! Im Achtelfinale stand es gegen den unterklassigen SC Gatow nach 90 Minuten 1:1! in der Verlängerung haben wir 8 Tore in 30 Minuten geschossen und noch 9:1 gewonnen. Das Viertelfinalspiel gegen Oberligist Hertha 03 ging ebenfalls in die Verlängerung. 2:1 hieß es am Ende für uns. (Anmerkung der Redaktion: Beide Spiele wurden auf Kunstrasen ausgetragen). Unvergesslich auch das Halbfinale an einem Ostermontag vor über 1000 Zuschauern im Preussenstadion. Bis in die Nachspielzeit führte Ligakonkurrent SC Staaken 2:1, Dann fiel der Ausgleich durch ein kurioses Eigentor und wieder gelang uns in der Verlängerung der entscheidende Treffer , dieses Mal zum 3:2-Endstand.

Im Endspiel krönte Rene Robben damals die tolle Pokalsaison mit seinem Tor gegen Oberligist Lichtenberg 47 zum 1:0-Endstand im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Wir waren Berliner Pokalsieger!

Aber ich muss betonen, das ich als Neu-Trainer im Endspiel das vollendet habe, was meine Vorgänger bis dato erreicht haben.

Ich muss aber sagen, das es insgesamt eine klasse Zeit beim BFC Preussen war, auch weil man tolle Menschen, wie z.B. Heidrun Becker, näher kennenlernen durfte.

M.L.: In der 1.DFB-Pokalrunde wurde dem BFC Preussen der 1.FC Köln zugelost! Warum fand das Spiel damals in der Alten Försterei statt?

A.M.: Weil das Preussenstadion nicht dem DFB-Sicherheitsstandard entsprochen hat. Der 1.FC Union hat uns die Alte Försterei angeboten und so haben wir dort gespielt, was natürlich ein Nachteil für uns war.. Es war schon ein Erlebnis, aber wichtiger wäre mir in der Saison der Aufstieg gewesen, was uns leider nicht gelungen ist.

M.L.: Mit Zecke Neuendorf gelang Dir eine spektakuläre Trainerverpflichtung für den BFC Preussen! Wie kam es damals dazu?

A.M.: Ein Spieler aus unserer Mannschaft kannte Zecke etwas näher und so haben wir einfach mal Kontakt zu ihm aufgenommen und nachgefragt. Ein bisschen Zeit brauchte Zecke für seine Entscheidung, aber dann hat er zugesagt, Trainer beim BFC Preussen zu werde

M.L.: Mit den 1.Herren von NSF gelang Dir in der letzten Saison als bester Tabellendritter der Aufstieg in die Bezirksliga! Der Start verlief nicht wie erhofft!

A.M.: Nein, das hatte ich mir anders vorgestellt! Wir wollten schon oben mitspielen und hätten das eine oder andere Spiel auch gewinnen müssen.

M.L.: Wie geht es weiter? Geht es überhaupt weiter?

Ich denke, das die Saison abgebrochen und nicht gewertet wird,

M.L.: Aktuell trainierst Du unserer 1. Herren (Bezirksliga) und Ü50! (Verbandsliga) Wie kam es zu dieser Doppelfunktion? Wie sehen die Perspektiven aus?

A.M.: Da mein Vorgänger bei der Ü50 nicht mehr im Amt war und da ich auch in der Ü50 gespielt habe, hat man mich im Laufe der Saison gefragt, ob ich das Traineramt übernehmen möchte, was ich dann auch getan habe.

M.L.: Wie kam es eigentlich zu Deinem Spitznamen „Billy“?