Spieltag 15 – Füchse Berlin Reinickendorf 1:1 NSF Gropiusstadt

Dramatik-Hektik-Spannung – Ü50 Spitzenspiel  an der Aroser Allee

Gespannte Ruhe und hohe Konzentration herrschte in den Spieler-Kabinen vor dem Verbandsliga-Duell Erster gegen Zweiter. Man konnte die knisternde Anspannung förmlich fühlen. Für die NSF-Recken um Trainer Ronny Müller und Gerd Alsleben stand wieder einmal viel auf dem Spiel. Die einzige Niederlage aus der Vorrunde war die gegen die starken Füchse; diese einzige noch offene Rechnung musste beglichen werden. Mit einem Sieg konnten die Füchse auf Abstand vom Thron gehalten werden. An diesem Spieltag mussten Zeichen für den Meisterkurs gesetzt werden.

Am späten Abend bei nasskaltem Wetter und leichtem Schneetreiben standen sich die Wettbewerber um den Meistertitel gegenüber. Wider Erwarten kamen bei den misslichen Wetterbedingungen zahlreiche Zuschauer, um sich das Spitzenduell der bis dato besten Teams der Verbandsliga anzusehen. Und es hatte sich gelohnt. Beide Top-Teams kennen sich seit Jahren, achten sich, respektieren sich, wissen um die Stärken, wollen vermeintliche Schwächen nutzen und geben keinen Zentimeter Boden gut.

Anpfiff und schon gingen sie  aufeinander los, gingen gleich zur Sache. Wehe, wenn Sie losgelassen sagt der Volksmund und so war es. Ungewöhnlich hohes Tempo, Zweikämpfe an der Grenze und schnelles Passspiel verwöhnten die Zuschauer. NSF spielte sich nach und nach Chancen heraus, die Füchse verteidigten geschickt und waren mit ihren Kontern immer gefährlich. Goalie Frank Thiele musste schon all sein Können bei den gefährlichen Schüssen vor allem aus Nahdistanz aufbieten. Die Füchse agierten gewohnt clever, doch NSF war physisch stärker, die Offensive und die Defensive kompakter und agiler. Nicht überraschend ging die 50’er von NSF durch Torsten Priltz in Führung. Die Füchse wurden nun wild, erhöhten das Tempo und glichen kurz nach dem Rückstand aus. Die Rivalen ruhten sich aber nicht aus. Bis zur Pause gab es für beide Teams noch einige Chancen zur Führung. Pause, Visier hochgeklappt und den Trainern gut zuhören. Neue Kräfte wurden gesammelt und in der 2. Halbzeit stießen die Verbands-Riesen wieder aufeinander. NSF bekam nun aber Übergewicht und war eindeutig  – wie eigentlich fast immer – konditionsstärker als die langsam müder werdenden Füchse. Die Dramatik wuchs noch an, der Schiedsrichter verwehrte den NSF’lern wohl zwei klare Elfmeter, die Hektik nahm zu. Die Füchse konnten sich dem Druck von NSF nun oft nur durch Foulspiel und Meckerei erwehren. Folgerichtig flog ein Fuchs mit Roter Karte 5 Minuten vor Spielende vom Platz. NSF kreiste die Füchse ein und erspielte sich Chancen. Oft agierte NSF jedoch nicht clever genug und zu hektisch. So waren die Distanzschüsse zwar nicht ganz ungefährlich, aber in Überzahl führt das Passspiel oft eher zum Ziel. Bester Beweis als ein Abschluss nach einer schönen Kombination nur auf der Linie von den Füchsen gerettet werden konnte, der Nachschuss im Gewimmel irgendwie nur gegen den Pfosten oder einem Bein prallte,   – NSF – Auswechselspieler jubelten schon –  und dieser Abpraller von irgendeinem anderen Bein abgewehrt wurde. Spannung pur, aber: Die Kugel wollte nicht ins Netz. Abpfiff. Füchse im Glück. Die Partie hatte einen Gewinner verdient. NSF war besser. Oder wie ein Zuschauer treffend bemerkte: Das war Werbung für den Ü50 – Fußball. Als gab es doch noch einen Gewinner. Das ist gut so. (HeWi)